Über Sex und Sexualität in Pornos – ein Fan-Kommentar

Hallo liebe Leser!

Paul, ein Leser dieses Blogs (und einer der Gewinner der Weihnachts-DVD 😉 ), hat vor ein paar Tagen einen Kommentar hier im Blog verfasst, der mich schon ein wenig beschäftigt hat… Ich zitiere:

“Da ich schon mal hier – bin eine Frage: In einer der Diskussionen, die zuletzt über ein umstrittenes Filmchen abgelaufen sind, ist mal, wenn ich mich recht erinnere, der Satz gefallen, dass es so schwer wäre, echt schwule Models zu bekommen – und dass angeblich bis zu 80% der Models, die in schwulen Filmen auftreten, eigentlich straight wären. Da war ich Naivling doch schon ein bissl geschockt! Kann mich da bitte jemand aufklären, wie´s wirklich so zugeht in der Welt der schwulen Pornos?
Danke!”

Also erstmal darf ich sagen: Nein, Paul, du bist kein Naivling. Naiv ist für mich jemand, der immer noch an den Weihnachstmann glaubt oder der jedem Storch schräg nachschaut und hofft, dass er ihm kein Kind vor die Haustüre legt… Jemand, der Schwulenpornos anschaut und dabei schwule Darsteller beim Sex zu sehen erwartet, ist wirklich nicht naiv. Hättest du gedacht, dass sie es gratis machen… Okay, dann wärst du naiv 🙂

Trotzdem ist es schon irgendwie erschreckend, dass schwule Kerle in Schwulenpornos die Minderheit ausmachen.

Da es ganze Seiten im Internet gibt, die extra damit werben, dass sie fast nur Hetero-Kerle ablichten, scheint es für die schwule Community einen besonderen Reiz (neudeutsch auch Thrill genannt) zu haben, Heteros von nebenan beim gleichgeschlechtlichen Sex zu beobachten. Vielleicht ist es der Traum, den berühmten “Jungen von nebenan” beim Sex zu sehen und sich selbst dazu in die jeweils passende Rolle zu denken (Top oder Bottom, je nach Präferenz). Vielleicht ist es auch der Kick zu wissen, dass jeder Hetero im Grunde auch ein bisschen schwul ist und für Geld auch mit Männern rummacht.

Vielleicht ist es der Reiz, jemanden Unerfahrenen bei seinen ersten Versuchen beim gleichgeschlechtlichen Vergnügen zu beobachten, zu sehen, wie aus anfänglichem Widerwillen Wolllust wird – aus “nein, bitte nicht” “ja, bitte mehr”… Es gibt unzählige Beispiele im Netz, wo der Hetero nach dem Fick gefragt worden ist: “Und, war doch gar nicht so schlimm, oder?”

Und egal, wie sehr er beim ersten Eindringen eines Ständers in seinen Arsch auch geschnauft und geschimpft hat – hinterher war´s gar nicht so schlecht und schlimm – und persönlich wette ich, dass es viele viele dieser Jungs danach im Privaten erneut ausprobiert haben. Und ganz unter uns: So schlimm ist es ja auch nicht, oder? 🙂

Bleibt die Kernfrage: Warum sehen wir so wenige echte Schwule in unseren Pornos? Nun, das mag unterschiedliche Gründe haben:

Zum Einen ist es – egal, wie liberal alle sind und tun – noch immer nicht so einfach, sich vor aller Welt als “schwul” zu outen UND das dann auch noch auf Video unter Beweis zu stellen. Auch in Osteuropa ist das nicht einfach, wenn nicht sogar viel schwerer.

Zum Anderen stecken handfeste monetäre Gründe dahinter: Stell dir mal vor, du hast dich bei einem Studio beworben, bist zu einem Dreh eingeladen worden, kommst nun zur Vertragsunterzeichnung und bekommst die Frage gestellt: Schwul oder hetero? Da wärst du doch blöd, wenn du “schwul” sagst, denn dann denkt ja jeder Produzent: Na, der muss sich ja nicht groß überwinden, dem brauchen wir nicht so viel zu bezahlen. Wenn du hingegen sagst “hetero”, dann finden dich alle nur saugeil, wollen dich nackt sehen und bezeugen, wie du das erste Mal entjungfert wirst. Das ist allen mehr Geld wert, Kunden wie Produzenten.

Außerdem weiß ich nicht, wie die Darstellerkollegen untereinander auf einen echten Schwulen am Set reagieren… Ich könnte mir schon vorstellen, dass der (sagen wir mal) Hetero-Top die Augenbrauen hochziehen wird, wenn er einen echten Schwulen ficken soll. Da fickt er doch lieber einen anderen (vermeintlichen) Hetero, weil das dann nicht so “schwul” ist… (Und nur, damit hier keine Missverständnisse aufkommen… Bei Staxus verstehen sich die Darsteller alle sehr gut, sogar so gut, dass sie sich nach dem Dreh oft noch auf ein Bier treffen; John Smith schafft das irgendwie, dass das Thema Sexualität kaum eine oder gar keine Rolle spielt – bei anderen Studios, vor allem in Amerika, schaut´s da schon ganz anders aus…)

Klar: Ein schwuler Kerl weiß genau, was ihm und einem anderen Mann gefällt, da ist der Sex meistens gefühlvoller, genauer, sensibler – als wenn da so ein grobschlächtiger Hetero kommt und einfach einen anderen Arsch bumst. Trotzdem drängt es mehr Heten in die Studios als echte Schwule.

Was nicht immer schlecht sein muss: Denkt mal an Alex Stevens! Ein Vollblut-Hetero, der erstklassige Schwulenpornos gedreht hat! Ob er im privaten Leben Männlein oder Weiblein bumst… Wen interessiert´s? Oder schaut euch Ray Mannix an: Das krasse Gegenteil: Ein offen schwul lebender junger Mann, dessen Sex-Leistungen mindestens an die von Alex herankommen. Wer jetzt da besser ist, ist so einfach nicht zu sagen.

Und dann gibt´s ja auch noch die dankbare Kategorie “bisexuell”. Wer das angibt, macht kaum was falsch.

Lange, sehr lange Rede, vergleichsweise kurzer Sinn: Ob Hetero oder Schwul, ich denke, wir sind uns alle einig: Hauptsache ist doch, dass es die Jungs ÜBERZEUGEND vor der Kamera treiben und sie sich GERNE die Wichse ums Maul schmieren, sich GERNE die Pimmel lecken und auch nicht davor zurückschrecken, das eine oder andere Arsch-Loch zu lecken. Ob sie das dann daheim auch so machen oder nicht… ist doch eher Nebensache, oder? Man könnte auch sagen: Lieber ein erstklassiger Hetero als eine lahme schwule Ente (erinnert ihr euch zum Beispiel an Victor Diamond? Der war auch schwul, aber vor der Kamera eher … sagen wir mal unteres Mittelfeld… ganz unteres Mittelfeld…).

Was sagt ihr denn zu diesem Thema? Mich (und sicherlich auch Paul) würde euer Kommentar sehr interessieren, also seid nicht schüchtern und hinterlasst gleich hier einen kleinen (oder großen Kommentar).

Und wie immer gilt: Wenn ihr Fragen habt, immer raus damit. Ich schaue, was ich herausbekommen und mitteilen kann.