In einer Welt, wo Handys noch zum Telefonieren benutzt wurden…

Wenn ihr Bock drauf habt, machen wir mal zusammen ein kleines Gedankenexperiment –

– und lasst mich voranstellen, dass ich hier ganz allgemein über Pornos rede, nicht über Staxus oder Schwulenpornos im Speziellen, sondern eher über ein Phänomen der Gegenwart und der Vergangenheit –

Ich unternehme mit euch eine Zeitreise – sagen wir 15 oder 20 Jahre zurück in die Vergangenheit – wo der vermeintlich kultivierte und fortschrittliche Teil der Menschheit dem modernen Kult- und Statusobjekt „Mobiltelefon“ gerade zu frönen beginnt. Handys waren damals schon verbreitet, mancher hatte eines, manche hatte keines – und trotzdem kam man durchs Leben. Wer eines hatte, der erfreute sich daran, unterwegs angerufen werden zu können und selbst daheim, im Büro oder den heimlichen Lover im Schlafzimmer anklingeln zu können.

In dieser Welt zu dieser Zeit besuchen wir alle zusammen mal ein Porno-Shooting. Sucht euch einen Film eurer Wahl aus, lehnt euch zurück und los geht’s:

Wir schweben immateriell und rein geistiger Natur in den Raum, wo ein junger Mann auf einem Sofa liegt, wo ein oder zwei Kameramänner um ihn herumstehen und wo alle darauf warten, dass es weitergehen kann. Sein Szenenpartner ist vielleicht gerade auf dem Klo oder musste sich mal die Beine nach einem anstrengenden Ritt auf dessen Schwanz vertreten und sie wieder gradestrecken…

Damals wäre niemand auf die Idee gekommen, in jeder noch so kurzen Pause auf sein Handy zu starren und drauf rum zu tippen! Wir, als geistige Wolke sozusagen, bekommen mit, wie sich Regisseur und Models über den weiteren Dreh unterhalten, wie sie Witze machen oder wie vielleicht auch Kritik geübt und ausgemacht wird, die gleiche Stellung nochmal zu drehen, bis sie perfekt ist.

Plötzlich betritt ein (in meiner Fantasie) gut aussehender weiterer junger Mann den Raum, geht wie selbstverständlich zu dem auf der Couch liegenden Burschen und fängt ohne weiteres Bla Bla an, ihn zu blasen. In der Realität dürfte dieser Mann wohl nicht immer sooo gut ausgesehen haben wie ein Model (sonst wäre er ja selber Model geworden) (und in der Realität war dieser Mann wohl oft auch eine Frau), aber wir sind ja in unserer Phantasie unterwegs, da geht vieles!

Als der Darsteller dann durch das gekonnte Blasen wieder voll steif ist, kommt sein Szenenpartner von wo auch immer zurück, pflanzt sich und seinen Arsch auf die harte Latte und weiter geht der Dreh. Der Bläser verdrückt sich zuvor wieder in den Bereich hinter der Kamera und wartet auf seinen nächsten Einsatz. Der kann darin bestehen, etwas Gleitgel anzureichen, wenn Bedarf ist oder dem Bottom zu mehr Steifigkeit zu verhelfen oder oder oder…

Diese sogenannten „Fluffer“ waren meistens nicht bei normalen Duos im Einsatz, das stimmt schon. Meistens eher bei richtigen Orgien und Bukkake-Filmen, wo viele Kerle gleichzeitig aktiv sein mussten. Da musste schnell was angereicht oder weggeräumt werden – und da musste ein Fluffer auch mal schnell drei, vier oder fünf Schwänze hintereinander lutschen, damit sie wieder zu ihrer vollen Größe zurückfanden.

Zu beurteilen, ob die Arbeit eines Fluffers ein Traumjob ist, das überlasse ich jedem wieder selbst. Klar, so eine … Tätigkeit… hat definitiv ihre Vorteile: Wo sonst kann man fremde Pimmel ohne langes Vorgeplänkel lutschen, wo sonst ist man so nah am Geschehen dran wie als Fluffer?

Aber wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten – und je heller das Licht, umso tiefer die Schatten: Als Fluffer muss man schlucken, was kommt. Ihr könntet nicht sagen: Äh… den da mag ich nicht in den Mund nehmen! Oder … Nein, dem hole ich jetzt keinen runter! Oder Igitt, der schmiere ich jetzt kein Gleitgel in den Arsch, der tropft ja so schon die Wichse hinten raus! …

Ihr versteht? Und was dazu kommt: Ihr würdet irgendwie nicht für voll genommen. Die Models stehen nicht auf euch, sie würden euch beim Blowjob nie in die Augen schauen oder so… Die Regisseure wollen nur, dass ihr möglichst schnell wieder aus dem Bild verschwindet… und über die miese Bezahlung müssen wir gar nicht erst sprechen…

Traumjob? Ich weiß nicht – und selbst wer jetzt denkt: Blasen kann ich – Gleitgel hab ich auch und ein bisschen Schminken und so bekomme ich auch noch hin… Sorry, aber Fluffer sind sozusagen ausgestorben. Dank….?

Genau, dank der Tatsache, dass Mobiltelefone, Smartphones und die ganzen anderen technischen Rafinessen jetzt auch Videos abspielen können (und versteht mich nicht falsch, ich bin selber begeisterter Technik-Fan) – und so wichsen sich heutzutage die Pornodarsteller (egal, ob hetero oder homo) lieber selbst zu ihren eigenen Videos einen Ständer. Ich kenne kaum einen, der keinen Porno auf dem Handy hat – und da man das Teil ja als hipper Kerl sowieso dauernd in der Hand hat, fehlt nicht viel und die andere Hand wandert in den Schritt. Und selbst wenn man sich kein Video am Set auf dem eigenen Smartphone anschaut, dann wird getwittert, gepostet und geliket was das Zeug hält. Schade, dass ein Kommunikationsmittel die echte Kommunikation am Set so beeinflusst hat. Da frage ich mich schon, wie die Zukunft aussieht?

Okay, wir verlassen als ätherische Wolke wieder das Set, lassen den Fluffer alleine bei seinem Job zurück, werfen einen letzten Blick auf Pornodarsteller und Crew – und wachen daheim am Rechner oder in der U-Bahn mit dem Smartphone in der Hand wieder auf… 😉

Es ist ja nicht das erste – und auch nicht das letzte – Mal, dass der Siegeszug der Technik menschliche Arbeitskraft überflüssig gemacht hat. Aber irgendwie schade ist es dennoch… oder nicht?

Was meint ihr: Wäre Fluffer damals was für euch als Nebenjob gewesen? Niedriges Gehalt, wenig Anerkennung – aber die Chance auf Hautkontakt? Lasst mich eure Meinungen hören – und sorry für den langen Artikel! haha