Vom Pissen zu Händen – Fetische im Pornofilm und in der Literatur

Vor einiger Zeit habe ich euch ja schon Bücher von Paul Senftenberg vorgestellt, einem tollen österreichischen Autor schwuler Romane.

Und sorry, wenn ich das Offensichtliche ausspreche, aber es muss sein: Er ist ein Mann! Ich bin es leid, immer „schwule“ Geschichten zu lesen, die von Frauen geschrieben worden sind. Okay, eine Frau weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn ein Mann in sie eindringt – aber nur ein Mann weiß, wie es sich RICHTIG anfühlt, wenn die Prostata von innen berührt wird, wenn sich eine kräftige Hand um die eigenen Eier kümmert, wenn man neben einem anderen Mann aufwacht und beide bemerken, dass sie eine mega Morgenlatte haben… Naja, zurück zum Thema: Gestern, als unser jüngstes Pissfilmchen mit Alessandro und Chad online ging, habe ich wieder an einen seiner Romane gedacht.

Fetische wie der des Anpinkelns sind ja nicht jedermanns Sache, aber viele von uns stehen doch insgeheim drauf – und sei es nur als erster Schritt, einen anderen Kerl kennen zu lernen – im Klo 🙂 Und nein, in Paul Senftenbergs „Hände“ geht es nicht ums Pissen – weder mit, noch ohne Handunterstützung 😉 – und natürlich schreibt Paul Senftenberg auch keine Pornos. Aber im Mittelpunkt des Romans steht ein Fetisch, und zwar jener der Vorliebe für Handprothesen. Ja, richtig gelesen:

Cover Hände

In der Nacht vor seinem dreizehnten Geburtstag zerstörte Paul Kilian mit Hilfe von Hammer und Meißel die Hände der männlichen Figuren auf den spätromanischen Fresken in der Kirche von Obergrabern …“ So beginnt diese Geschichte, in der wir den Protagonisten Paul vom Alter eines verstörten Teenagers bis Mitte dreißig begleiten, als er sich in den feschen Alex verliebt – und schockiert feststellen muss, dass dieser zwei gesunde Hände hat. Aber kann er mit einem Mann ohne Handprothese Sex haben? Und handelt es sich bei Alex vielleicht sogar um seine große Liebe?

Klingt auf den ersten Blick nach einer etwas seltsamen Story, aber es ist durchaus „ein wundervolles und herausforderndes Buch“, von dem man „gefesselt wird und die Zeit vergisst“, „anspruchsvoll und tiefgründig“, „ein Buch, das ich trotz der nicht einfachen Thematik innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe und das zum Nachdenken anregt“ – die Rezensionen, die ich zu diesem Roman gefunden habe, sagen eigentlich alles. Eine sehr ungewöhnliche Geschichte über eine Obsession und ihre dramatischen Ursachen, fesselnd, faszinierend und in so manchen Szenen auch ziemlich sexy – ein echter Paul Senftenberg eben. Und ebenso zu empfehlen wie die Novelle „Der Stammbaum“, die ebenfalls im Verlag Homo Littera herausgekommen ist.

Die Website von ihm (http://www.paulsenftenberg.at) habe ich euch ja schon vor einiger Zeit vorgestellt – schaut einfach mal bei Gelegenheit und Muße rein und checkt ab, ob euch eines – oder mehrere – seiner Bücher anspricht! Ich find´ sie toll 🙂

Cover Der Stammbaum